Jenson Anto

1967 geboren in Indien

Jenson Anto spielt mit dem, was gefunden und gemacht wird, mit Objekten, die er an verschiedenen geographischen Orten sammelt. Veränderungen, die im Prozess des Engagements stattfinden, weichen ephemeren Werken in Form von Zeichnungen, Fotografien, Assemblagen und Installationen. Nach einem Masterstudium in Malerei am Wimbledon College of Art, London, als Charles-Wallace-Stipendiat war er in Kunstresidenzen am Iaab Basel, Schweiz und NAIRS, Scoul, Schweiz durch Pro Helvetia - The Swiss Arts Council, AZB, Arbeitsgemeninschaft Zürcher Bildhauer, Schlieren, Schweiz und an der Khoj International Artists Association, New Delhi. Standortspezifische Projekte in Munnar und Vazhachal, Kerala; Leh, Ladakh; Grampian Highlands, Aberdeen und Stonehaven, Schottland; Isle of Man, Großbritannien; und Scuol, Schweiz; Notes from the Woods, Post, Kerkrade, Niederlande; Durch den Wind, St Jakob`s Kirche, Zürich, Schweiz und Cloud`s End, Kaskadensator, Basel, Schweiz. Teilnahme an der Biennale Florenz, currAint D'Ajer, Nairs, Liste Art Fair, Basel und Minimuseum Vigano, Rapperswil, Schweiz, Trinity Buoy Wharf, London und Casoria Art Museum, Italien.

Ausstellungen:
1994 Mec Art Gallery New Delhi India
2003 Whitechapel project Space, London UK
2004 Appendiks Copenhagen, Denmark
2007 Casoria International Contemporary Art Museum Casoria Italy
2009 7th Biennale Florence, Italy
2011 Stiftung Binz 39, Switzerland

Projekt für Peccia:
Phasen eines Ungleichgewichts
Beim Trekking in den Alpen wird das Auge darauf eingestellt, über Zweigen und Äste zu schweben, die ihr eigenes Gleichgewichtssystem gefunden haben. Mit jedem Regenguss oder Erdrutsch verschiebt sich der Boden unvorhersehbar. Eine ungeschriebene Regel scheint die Anordnung zu führen, wenn sie fällt oder mit dem bewegten Boden verschoben wird. Scheinbar chaotisch im Erscheinungsbild gelingt es der Struktur oder dem Fehlen derselben, eine Art Haltung für diesen Moment der Zeit aufrechtzuerhalten.
Zweige und Holzstücke im Gelände zu finden, um zu spielen und sich damit auseinanderzusetzen, ist ein süchtig machender Prozess. Der Standort für den Aufbau wird jeweils durch die Verfügbarkeit von Material für die Konstruktion bestimmt. Auf der Suche nach einer geeigneten Nische mache ich wiederholte Wanderungen zu einem Ort. Manchmal findet sich der Standort an Plätzen, an denen die Dokumentation wegen des Wassers, Regens, steilen Steigungen und schwierigen Lichtverhältnissen abenteuerlich wird.
Da es sich um ein Spiel mit gefundenem Material aus der Umgebung handelt, konzentriert sich das Projekt auf die Möglichkeiten derselben. Insofern variiert die Dimension jeder der Konstruktionen abhängig vom Volumen des gefundenen Holzes. Es hat sich in der Vergangenheit herausgestellt, dass es gut ist, das Eindringen in die Umgebung so gering wie möglich zu halten. Auf solcherlei sensiblen Prozesse basieren die Projekte immer. Manchmal wird die Konstruktion zurückgelassen und manchmal auch demontiert. In beiden Fällen bleibt die Struktur in der Umgebung weitgehend unbemerkt. In abgelegenen Regionen sind die Chancen, versteckt zu bleiben, größer.
Der Projektvorschlag "Phasen eines Ungleichgewichts" zielt darauf ab, auf Wanderungen in der Alpenhöhe, Feldaufnahmen und Dokumentation von Rutschen in den Berghängen zu erstellen. Der Fluss Maggia, der seine Böschungen durchbricht oder seine Ufer erodiert, wird ebenfalls Teil des Dokumentationsprozesses.
Fundstücke aus Holz, Marmor, Metall oder in Form von Schallwellen werden mit dem Wissen um die Vergänglichkeit der Umgebung bearbeitet. Die Natur in ihrer reinsten Form informiert und leitet die Bildung transienter Strukturen, die wiederum anfällig für Instabilität und Ungleichgewicht sind.
Das Projket "Phasen eines Ungleichgewichts" führt prozessorientiert in Richtung einer studien-, forschungs- und studiobasierte Kulmination der Installation.